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Der Fachausdruck für Nagelpilz ist Onychomykose.
Mykosen sind durch Pilze verursachte Infektionskrankheiten, d. h. der Pilz muss am menschlichen Organismus
haften bleiben, in ihn eindringen und günstige Bedingungen zur Vermehrung vorfinden. Pilzinfektionen kommen
in der Praxis ausgesprochen häufig vor und weisen klinisch eine Vielzahl von Bildern auf. Das Wort Mykose leitet
sich vom griechischen Begriff „mykos“ ab und bedeutet Pilz. Diese Pilzerkrankungen werden nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt.
Zunächst spielt die Art des Erregers eine entscheidende Rolle. Pilzerkrankungen teilt man nach dem DHS-System
nach Rieth ein, wonach Dermatophyten, Hefe- und Schimmelpilze unterschieden werden. Dermatophyten infizieren nur
die Haut und ihre Anhangsgebilde, Hefe- und Schimmelpilze können Haut-, Schleimhaut- und Systemmykosen verursachen.
Dies sind aber immer Aufgaben der Behandlung eines Podologen.
Typische Symptome der Dermatomykose sind Rötungen, Juckreiz, Schuppung und/oder weißlich mazerierte Hautareale
im Zehenzwischenbereich, die manchmal bis zur Erosion (Rhagade) führen können. Viele Personen nehmen diese
Symptome zunächst gar nicht wahr. Ist die Dermatomykose weit fortgeschritten, so hat sie nicht nur die Zehenschwischenräume,
sondern auch die gesamte Fußsohle infiziert. Entzündliche Reaktionen können vorkommen, sind jedoch eher selten.
Ein Nagelbefall (Onychomykose) ist häufig die Folge eines massiven Hautbefalls. Diese Nagelpilzerkrankung
weist klinisch die unterschiedlichsten Bilder auf und wird außer nach Klassifizierung des Erregers zuerst nach
dem optischen Auftreten eingeteilt. Danach ergeben sich verschiedene Onychomykosen, die ihre Bezeichnung
nach dem Aussehen und dem Infektionsort erhalten.
Epidemiologie
Betrachtet man Studien über die Häufigkeit der Mykosen, stellt man fest, dass Onychomykosen ca. 1/3 aller
Nagelerkrankungen sowie 1/3 der Dermatomykosen ausmachen und mit zunehmendem Lebensalter immer
häufiger in Erscheinung treten. Onychomykosen entstehen besonders durch Übergreifen einer Dermatomykose
auf den Nagelapparat, was deutlich macht, das Nagel- und Hautpilzerkrankung in Ursache und Behandlung
nicht voneinander getrennt werden sollten.
Diagnose
Es ist die Aufgabe eines jeden Fußpflegers und Podologen, bei Verdacht auf Mykose, den Patienten
an einen Arzt zu verweisen, damit Dieser die Diagnose stellen kann und weitere Behandlungsschritte einleitet.
In der Regel sind Hautpilzerkrankungen einfacher zu behandeln als Nagelpilz, da hier meist bereits durch Ausschalten
der Ursachen eine Verbesserung erzielt werden kann. Deshalb ist es wichtig, bereits kleine verdächtige Bereiche
(meist zwischen den Zehen) ernst zu nehmen, um eine weitere Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr zu vermeiden.
Betrachtet man die unterschiedlichen Befallsmuster einer Onychomykose, kann man zusammenfassend feststellen,
dass es keinen einzigen Fall von Nagelpilzerkrankungen gibt, der leicht, schnell und problemlos zu heilen wäre. Auch
hier ist es wieder die Aufgabe des Podologen, infizierte Bereiche möglichst schnell zu entdecken und bei der Behandlung
keine Eintrittspforten für eine Verbreitung zu schaffen. Eine übergründliche Nagelfalzbehandlung sowie häufiges Fräsen
im Falz mit kaum sichtbaren Mikroverletzungen kann bei dazu neigenden Patienten zur Onychomykose führen.
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Ute Hoß
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